Befehle mit Beispielen zur Nutzung von SSH bei Webhosting Paketen – Konsole ohne Root

Geschrieben von: Sven
Veröffentlicht am: 29.03.2018, 14:14 Uhr

Mittlerweile bieten viele Webhoster auch in ihren Webhosting Paketen einen SSH-Zugang an. In diesem Beitrag erhalten Sie einen kleinen Überblick mit einigen Beispielen, was man im Normalfall mit dem SSH Account auch ohne Root-Rechte anfangen kann.

Ohne Root Rechte können Sie natürlich per SSH in der Regel keine wichtigen Konfigurationsdateien verändern, Dienste neu starten oder neue Software installieren. Dennoch bringt ein SSH-Zugriff einige interessante neue Möglichkeiten mit, die Sie so nun auch in einem Webhosting Tarif nutzen können, wenn der Anbieter dies zulässt. Im Webhosting Vergleich können Sie übrigens nach Angeboten filtern, in denen ein SSH-Account enthalten ist.

Wie Sie sich über Ihren SSH-Zugang mit dem Server, auf dem Ihr Webhosting läuft, verbinden können, finden Sie hier.

Beispiel Befehle für die Nutzung eines SSH-Accounts ohne Root Rechte

Generell kann man vorab festhalten, alle Befehle, für die Sie den Sudo-Befehl benutzen müssen, können Sie nicht auf Ihrem Webhosting Paket ausführen. Denn dieser Befehl fordert Root-Rechte an, über die Sie hier aber nicht verfügen. Ansonsten kommt es darauf an, welche Rechte Ihnen Ihr Anbieter eingeräumt hat und welche Software auf dem Server installiert wurde.

Im folgenden sehen Sie einige Befehle, die Sie mit großer Wahrscheinlichkeit verwenden können. Manche Befehle können sich von Distribution zu Distribution und von Version zu Version evtl. leicht unterscheiden.

Betriebssystem Version herausfinden

Häufig ist es nützlich herauszufinden, welches Betriebssystem bzw. welche Version des Systems auf dem Server läuft. Meist bekommen Sie mit einem der folgenden Befehle eine Auskunft:

lsb_release -a

cat /etc/issue

uname -a

Installierte Pakete herausfinden

Meist ist es sinnvoll, auch zu prüfen, welche Pakete überhaupt auf dem Server installiert sind. Dabei helfen Ihnen in der Regel die folgenden Befehle:

dpkg -l (Debian, Ubuntu ...)

rpm -qa (CentOS, Fedora ...)

Systemmonitor aufrufen

Oftmals lässt sich ein Systemmonitor aufrufen. Damit können Sie die Auslastung des Systems verfolgen und die Prozesse beobachten, die Ihnen zugeordnet sind. Mit den folgenden Befehlen können Sie ggf. einen Blick erhaschen.

top

htop

Ordner wechseln, erstellen und Inhalte auflisten

In das Home-Verzeichnis wechseln Sie mit dem nachfolgenden Befehl, in diesem Ordner landen Sie auch direkt nach Ihrer Anmeldung auf dem Server. Oft wurde Ihr Home Verzeichnis auf das Web-Verzeichnis, in dem Ihre Websites liegen, verlegt. Dann müssen Sie nicht mehr so viel navigieren.

cd

Tipp: Um herauszufinden, in welchem Verzeichnis Sie sich befinden, nutzen Sie den folgenden Befehl:

pwd

Wenn Sie beispielsweise direkt in das Verzeichnis /var/www wechseln möchten, sieht der Befehl so aus:

cd /var/www

Um sich die Inhalte von dem Verzeichnis anzeigen zu lassen tippen Sie folgenden Befehl ein:

dir

oder

ls (unterscheidet Ordner und Dateien optisch)

Tipp: Wenn Sie nun in eines der aufgelisteten Verzeichnisse wechseln möchten, schreiben Sie einfach „cd Ordnername“. Ansonsten müssen Sie den kompletten Pfad schreiben, hier im Beispiel „cd /var/www/Ordnername“, um in den Unterordner zu wechseln.

Um von /var/www/Ordnername wieder um eine Ebene nach oben zu wechseln tippen Sie:

cd .. (mit Leerschritt zwischen cd und ..)

So landen Sie wieder im Ordner /var/www

Erstellen, verschieben, umbenennen, kopieren und löschen eines Ordners inkl. Dateien

Evtl. erhalten Sie die Rechte in bestimmten Ordnern auch Ordner zu erstellen, zu löschen oder zu verschieben. In der Regel ist dieses innerhalb des Home Verzeichnisses gestattet, ggf. auch an anderer Stelle.

Der folgende Befehl dient dazu, einen neuen Ordner zu erstellen, dies geschieht in dem Verzeichnis, in dem Sie sich befinden:

mkdir Neuer-Ordner

Um den Ordner2 mit den Dateien in den Ordner1 zu verschieben gehen Sie wie folgt vor:

mv Ordner2 Ordner1/

Um den Ornder2 in Ordner1 umzubenennen geben Sie den folgenden Befehl ein:

mv Ordner2 Ordner1

Die Befehle ähneln sich sehr stark, also Vorsicht! Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Eine einzelne Datei, in dem Ordner, in dem Sie sich befinden, können Sie wie folgt löschen:

rm Dateiname.txt

So löschen Sie einen kompletten Ordner inkl. der darin enthaltenen Dateien, hier können Sie gegenüber dem löschen per FTP viel Zeit einsparen, wenn es sich um sehr viele Dateien handelt:

In dem Ordner, in dem sich der zu löschende Ordner befindet

rm -r Ordnername

oder über die Angabe des kompletten Pfads

rm -r /var/www/Ordnername

Um Ordner2 mit allen Dateien nach Ordner1 zu kopieren führen Sie diesen Befehl aus, Sie befinden sich dabei in dem Ordner, in dem sich auch Ordner1 und Ordner2 befinden:

cp -r Ordner2 Ordner1

Wenn Ordner1 nicht im selben Ordner liegt, dann in dieser Art, Sie befinden sich dort, wo sich auch Ordner2 befindet:

cp -r Ordner2 /var/www/Ordner1

Weitere Informationen zum Kopieren finden Sie hier.

Dateien aus dem Internet holen

Es ist ggf. auch möglich, sich eine Datei direkt über die Konsole aus dem Internet zu laden, wenn das Programm „wget“ auf dem Server installiert ist. Das spart Ihnen dann den Weg über Ihren PC. Diesen Befehl können Sie nur in bestimmten Verzeichnissen benutzen (i. d. R. im Home Verzeichnis und dessen Unterverzeichnissen).

wget http://beispielseite.de/ort/datei.tar.gz

Der Befehl lädt die Datei „datei.tar.gz“ von der Seite „beispielseite.de“ in den Ordner, in dem Sie sich gerade befinden. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Dateien packen und entpacken

Häufig ist es möglich, Dateien zu packen oder zu entpacken, dafür kommt meist „gzip“ und oder „tar“ zum Einsatz. In der Praxis können Sie z. B. ein Archiv per FTP hochladen und direkt auf dem Server entpacken. Umgekehrt können Sie auch beispielsweise die Dateien Ihres Webauftritts packen und die Archiv-Datei anschließend per FTP herunterladen. Dadurch lässt sich viel Zeit sparen.

Im unteren Bereich dieses Artikels auf ubuntuusers.de finden Sie eine Menge Erläuterungen und Beispiele zum Packen und Entpacken in dem Terminal. Interessant sind vor Allem die Beispiele zu tar, zip und unzip.

Ein kleines Beispiel zum Packen mit tar, welches dort so nicht aufgeführt wird, aber auch funktioniert (Sie befinden sich wieder in dem Ordner, in dem sich auch die Ordner „Unterordner“ und „zuPacken“ befinden – Alle Ordner müssen vorhanden sein):

tar -czf Unterordner/Archivname.tar.gz zuPacken/

Wenn Sie das Archiv in dem Unterordner entpacken möchten, in dem sich das Archiv „Archiv.tar.gz“ befindet, geht dies wie folgt (Wechseln Sie zuvor in den Unterordner):

tar -xzf Archivname.tar.gz

Es gibt natürlich unzählige Möglichkeiten beim Packen und Entpacken. Hier finden Sie einen guten Überblick über die Optionen speziell für tar.

Öffnen einer Datei mit einem Texteditor

Sie können in der Regel auch Textbasierte Dateien, wie .conf, .txt usw. mit einem Texteditor in der Konsole öffnen. Viele interessante Konfigurationsdateien sind durch die geringeren Rechte aber in der Regel schreibgeschützt und können von Ihnen normalerweise nur gelesen werden oder Sie erhalten überhaupt keinen Zugriff darauf.

Um eine Datei mit dem Texteditor „nano“ zu öffnen, tippen Sie folgendes in die Konsole:

nano Dateiname.txt (Mit Strg+X können Sie den Editor wieder verlassen)

Manche Anbieter setzen z. B. auch auf „vim“ statt „nano“

Die Liste ist nicht vollständig, es gibt noch viele weitere Befehle, die Sie ebenfalls ohne Root Rechte verwenden können.

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